Wahlen stehen an…nicht nur in Deutschland, da freili »nur« im Freistaat Bayern, und in deren »allweil guader Nachbarschaft«, in Österreich … manchen besser als Land der Mozartkugeln bekannt.
Jedenfalls wird in beiden Ländern noch »gscheit« um den »Otto-Normal-Wähler« gebuhlt.

In Bayern schlägt sich die CSU nicht mehr ganz so kräftig auf die Brust, wie vor Monaten, mit Schlagzeilen á la…

WIR HABEN DAS HÄRTESTE NICHTRAUCHERSCHUTZGESETZ…
WIR HABEN DAS HÄRTESTE ONLINEDURCHSUCHUNGS-, sorry TERRORISMUSSCHUTZGESETZ…
Übernehmt das bittschön überall…

Nein, man will gar die alte Enfernungspauschale zurückholen!

Im benachbarten Österreich versucht der eine oder andere gescheiter(t)e »Große-Koalitons-Partner« Schadensbegrenzung nach einem Jahr Desaster/ähh Großer Koaliton um die Neuwahlen für sich zu entscheiden… Ja, man versuchts heuer gar mit Wahlzuckerln (nicht mit Mozartkugeln)!

Wahlzuckerl, Beispiel Nr.1: AUSTRIA
Halbierung der Mehrwertsteuer für Lebensmittel…
Macht wenig Sinn sagen Volkswirtschaftler, weil per Gießkanne verteilt, stärkt das am meisten die Haushalte, die eh genug Geld für Lebensmittel haben!

Nun, o. g. Gießkanne bedeutet auch ca. 700 Mio weniger im Steuersackerl.
Diese 700 Mio halbwegs gerecht, statt mit der Gießkanne, (nämlich an Einkommensschwache)verteilt, käm aber nur ca. einem Drittel des Volkes, sorry der WÄHLER spürbar zugute…

Also mag man lieber alle mündigen Wähler hofieren, zudem von denen angeblich noch 2-3 Mio. unentschlossen sein sollen…

Wahlzuckerl, Beispiel Nr.2: BAYERN
Ein echtes Wahlzuckerl wäre ja, na etwa die alte Entfernungspauschale für alle Bayern, äh bayerische Bürger, Pendler…
Gibts aber nicht… wälzt man auf die Bundespolitik ab…
Dafür gibt es:
Gelockertes Rauchverbot in Bierzelten (Angeblich wegen des Oktoberfestes)
Klar, beim Oktoberfest geht es um zig Millionen Euro
Aber war da nicht noch was, Wahlkampf in Bayern spielt sich nun mal vorwiegend, ja wo wohl – in Bierzelten ab… Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, sind doch etwa, kühn überschlagen, ein Drittel potenzielle Wähler gar Raucher…(Biertrinker wohl eh…)

Um so weniger verwunderts dann auch, wenn im tobenden bayerischen Wahlkampf von Gesundheitsminister und Ministerpräsidenten höchstpersönlich das Recht auf die 1,2 Maß Bier (für die hinterm Weißwurschthorizont, 1,2 LITER Bier) für Jugendliche und Autofahrer (oder mündige und Jungwähler) als »1. bayerisches Bürgerrecht« vehement verteidigt wird.

Das lässt doch gleich verkorkste (bundesweite) Gesundheitsreform wie auch die mündigen Wählern (oder Wirten) übergestülpten Nichtraucherschutz- und Antiterrorgesetze, Datenschutzschweinereien oder gar Bankenskandale mit Millionen von Steuermitteln vergessen.

Wer nun in Bayern so kurz vor der Wahl nach Alternativen zu Parteien im aktuellen Landtag sucht, der all diese Gesetze auf den Weg gebracht hat, hat es schwer: Allenthalben Wahlplakate im Staßenbild, die eher Steckbriefen ähneln, teils vorsintflutliche Webseiten (wenn auch manche schon in XHTML und per Typo 3 verwaltet), aber eben leider fast immer in altgewohnter Einbahnstraßenkommunikation ohne echte Dialogfunktionen), dann Großplakate mit markigen Sprüchen, die am Stammtisch besser aufgehoben wären:

»Erwin heißen Maskottchen auf Schalke, ein bayerischer Landtagsabgeordneter heißt Franz-Xaver!«

Soviel zu freidemokratischem Wahlk(r)ampf in Bayern…
Ohne bayerische Wurzeln, ähh Namen, hat man also im Landtag nichts zu suchen will sagen in Bayern nichts zu gewinnen.

Und ob die in den Kommunen starken Freien Wähler auf Landesebene eine echte Macht werden können, scheint eher unwahrscheinlich. Zumindest hat es eine Minipartei geschafft, den Wahlmonitor für die Zielgruppe Jungwähler »abschalten« zu lassen, weil er sich nur auft etablierte Parteien bezog, die schon im Landtag vertreten waren, oder mehr als so und soviel Prozentpunkte in irgendwelchen Umfragen schafften.

In Österreich werden die Wahlzuckerl und Wahlen vielleicht 2-3 Prozentpunkte mehr für die stärkste Partei bringen. In Bayern wird wohl lediglich die absolute Mehrheit angekratzt werden, neue Mehrheiten finden sich dort aber leicht. Man befindet sich also in guter Nachbarschaft, neuer Landtag bzw. Nationalrat mit neuer Sitzverteilung, aber ohne nennenswerte andere Marschrichtungszahlen, oder gar völlig neue Politik.

Also dann – weiterhin auf gute Nachbarschaft… ;) Als Wochenendpendler ist mir wenigstens recht, dass ich (noch) im österreichischem Wirtshaus rauchen darf.

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