Archiv für die ‘Kritisches, Medien’ Kategorie

Lindenstraße: Bis der ArTzt kommt…

In der "Lindenstraße" ist ein Arzt ein ArTzt... soviel zum Thema "Bildungsauftrag" des öffentlich-rechtlichen Fernsehens...Gut. Ich hab bisher nie eine ganze Folge dieser wunderbar seichten Fernsehserie gesehen. Ganz klar eine Bildungslücke!
Folglich ist mir wohl auch entgangen, dass man dort mittlerweile auch auf Integration und Toleranz zu »Deutsch als Fremdsprache« macht.

Ich hatte heut am Sonntag Abend nebenher Sport laufen, und saß am PC… dann kam nach den Nachrichten auf einmal die eingängige, aus der Hörfunkwerbung bekannte Melodie, und ich suchte hektisch meine Fernbedienung. Die Suche war langwierig genug, meine Augen mit dem Vorspann der aktuellen Folge der »Lindenstraße« zu ätzen.
Titel: »Artzt«.

Ich traute meinen Augen nicht, rekapitulierte auch nur ein moderates Bier zuvor, und schlug im Internet nach, weil ich den Vorspann so ohne Weiteres nicht bildhaft nachvollziehen konnte…
Ergebnis: Der screenshot oben, die Internetredaktion hatte wohl die gleiche Lese-Rechtschreibschwäche wie der Filmeditor…
Oder sollte gar Orkan/turkey-like deutsch gesprochen/ äh -geschrieben werden…?!

Ich weiß es nicht.
Btw.: Die Folge per Internet aufzurufen war mir sowohl per Firefox, Safari oder Chrome nicht möglich, da hat die »bildungsbeauftragte« ARD-Onlineredaktion vermutlich unbewusst eher höhere »neudeutsche« Hürden eingebaut, sonst hätt ich den Vorspann auch als Bildzitat gebracht.

Zumindest weiss ich jetzt, dass meine Gebühren »bildungsauftragsgemäß« (wenn auch eher in »pidgin-Deutsch«) in integrationswilligen »daily-soaps« tolerant aufkochen…
Da zahl ich natürlich um so lieber, für hochwertige Fernsehkultur…
Zumindest – bis der ArTzt kommt.

Neuer Grippevirus grassiert an Passauer Uni

Bildzitat KinderGrippe Virus
Neuartiger Grippevirus an Passauer Uni verlangt nach Praktikanten…

Dankenswerter Weise erhalte ich jeden Samstag als Service der hiesigen mächtigen Tageszeitung »Passauer Neue Presse« (PNP) eine Auskopplung der »wichtigen« Anzeigenseiten, sprich »Auto«, »Immobilien« und »Stellenanzeigen«…
Da ich mir weder Auto noch Immobilie(n) leisten kann, verschlinge ich um so lieber die Stellenanzeigen. Eine neue Stelle mit Dienstauto, Dienstwohnung wäre ja schon wieder interessant…

Da entdeckte ich die allerneueste Grippe…
Die KinderGrippe hat an der Passauer Akademikerschmiede zugeschla
gen, und nun sollen das (sogenannte) »(Jahres)Praktikanten« richten…

Nun ja, dass bei bayrischen Muttersprachlern gelegentlich Schwierigkeiten mit Relativsätzen auftreten oder »wie« und »als« eher willkürlich eingesetzt werden, ist mir nicht erst seit dieser unsäglichen Pisastudie (oder Lothar(igen) Matthäus(passionen) ääh, Interviews, bekannt.
Der Rechtschreibteufel, oder wars der Druckfehlerteufel bei der Neuen Presse, schlägt also auch hier noch zuweilen zu…

Ich nahm mit Humor zur Kenntnis, nun doch keinen neuen Virus entdeckt zu haben, und erinnerte mich an einen netten Verschreiber von renommierteren Vertretern der Deutschen Sprache oder besser deren Anzeigenagentur (ja, der des Dudens, bzw. seines Onlineshops)… 2006 schon mal von mir gebloggt…:

Alles was recht ist: Was RechT ist muss Recht bleiben…

…und Rechtschreibung.
So kann man gerade für den »Duden« natürlich auch Werbung machen:

Duden
Dudenwerbung

Ausschnitt aus einer ganzseitigen DIN A4-Werbeanzeige des Duden-Onlineshops in einer großen deutschen Programmzeitschrift. Na gut, Vertippen ist menschlich. Mit dem Duden — Korrektor PLUS 3.5 für € 49,95 *unverbindliche Preisempfehlung wär das vielleicht nicht passiert…
Alles was Recht ist…
Nur der Duden ist der Duden.
Oder: Print wirkt.

Neue Frühjahrsdiät aus dem Reform- (nein, Abgeordneten)haus

Luftsprünge zur Bundestagspolitk
Bildzitat Bundestag(spolitik) – offen für vielfältige Interpretation (© skaisbon | photocase.de)

Wer meint, dass dadurch nun unsere »armen« Abgeordneten den »Gürtel enger schnüren« müssten, oder gar am Hungertuch nagen, ist aber schlichtweg auf dem Holzweg. Nach satten 9,4% mehr im Geldsackerl seit Anfang des Jahres, quasi als Weihnachtsgeschenk/braten durch die Mitglieder des hohen Hauses höchstselbst im Dezember 2007 auf die Karte gesetzt, winken nun dank Arbeitskampf und Verdi schon wieder schlappe 6% mehr in den Diäten…

Mag sein, dass die mit Streiks und Demonstrationen erkämpften Lohnsteigerungen, in erster Linie den auf niedrigerem Niveau ihr Leben Fristenden helfen sollten, aber klar, Abgeordnete stehen nun mal auch im öffentlichen Dienst, und ihr Einkommen orientiert sich an dem der Bundesrichter…

Gesetz ist schließlich Gesetz (wenn auch ein »selbstgemachtes« – oder -gekochtes?!)

Und, natürlich – die Lebenshaltungskosten steigen doch für jeden, und ungleich stärker für die, die sich auf hohem Niveau das Leben (unter)halten müssen.
Auch wenn das nun manchem Oppositionspolitker unangenehm aufstösst oder gar Magendrücken verursacht, eine Null-Diät schaffen die nie mit den paar Stimmen.

Mangelnde Kreativität bei der Unterbringung der übersprudelnden Steuereinnahmen durch die letzte Konjunktur kann man den Volksvertretern angesichts dessen jedenfalls wirklich nicht unterstellen. Zudem haben sich das die gewählten Koalitionäre ja auch hart erarbeitet. So erhob jüngst mancher brave Politiker kämpferisch den Zeigefinger (und vorwurfsvoll die Stimme), ob der Millionenabfindungen für abgehalfterte Vertreter unserer Wirtschafts-«Eliten«, um mit Anne-Will-Neudeutsch von deren »letztem Wort (zum Sonntag)« zu sprechen.

Klar, dass die politische »Elite« da nicht hintenan stehen mag, und sich mit Pienatz abfinden lässt, wenn es ums eigene Befinden geht!
Und es wird ja nun wirklich niemand erwarten, dass »Eliten« sich mit dem Pöbel und versoffenen Hartz IV-Empfängern an Suppenküchen der Dresdner oder Berliner Tafel gemein machen, um fast abgelaufene Konserven und Joghurt abzufassen, weil das Geld für mehr nicht reicht…

Das macht dann höchstens mal medienwirksam (wenn Anne WILL), als hauptstädtischer Finanzsenator von Welt Monsieur Sarrazin: Etwa 14 Tage lang Harz IV-Einkommenkonforme Menues kreieren und geniessen, weil so gesund wie preiswert für einen Urlaub mit Ehefrau…
Da hat es mir den Appetit verschlagen. Auch wenn ich keine Hartz IV-Menues essen muss.

Und im »Reformhaus« wird nach so erfolgreichen Reformen wie für die Gesundheit munter weiter reformiert…
Zuletzt wieder im Namen der Volksgesundheit unter der Fahne Nichtraucherschutz. Auch wenn man da einfach nur die Rechnung ohne den Wirt gemacht hat. Oder sich die Steuerzahler über den Tisch gezogen fühlen.

Zum Wohle des Volkes
gibt es bald auch endlich Vorratsdatenspeicherung und Bundestrojaner…

Mag sein, Reformen erscheinen immer irgendwie als Diktat(orisch).
Aber ein Volk muss nun mal regiert werden.
Wohl bekomms, meine Damen und Herren Abgeordneten!
Prost Mahlzeit – Deutschland.

Ausgeraucht in Bayern… Servus in Österreich

Der bayerische Landtag verabschiedet das härteste Rauchverbotsgesetz in Deutschland. Da können sich die (ach so tollen) Abgeordneten/Parteipolitiker auf die Brust schlagen, und vollmundig verkünden diktieren, dass die bayerische Wirtshauskultur gefälligst zukünftig ohne blauen Dunst zu existieren habe… und natürlich der Bürger Wähler nicht gegängelt werden soll, aber bittschön zum Rauchen an die Luft gehen soll (gesetzt wird…)

Offensichtlich hat man da »die Rechnung ohne den Wirt gemacht…«
Die schreien nämlich laut auf!!!
Zu Recht, meine ich…
Nicht weil ich Raucher bin, sondern WEIL ich mich gegängelt fühle! (Das hatten ca. 17 Mio. Deutsche unter der Diktatur des Proletariats, jetzt fühlen sich wenn man die zahlreichen Beiträge im Netz wahrnimmt, mündige Bürger gleichwohl diktatorischen Zwängen unterworfen, wenn auch deren einer anderen Regierungspartei!)
Nichts gegen getrennte Bereiche in der Gastronomie, den Schutz der Nichtraucher, aber das geht auch anders: Siehe Spanien.

Dass Raucher jetzt in Bayern in Wirtshäusern gänzlich aussen vor bleiben müssen, ist nur noch »staatliche Bevormundung«, passt zum Bundestrojaner und der unausgegorenen Gesundheitsreform. Aber derart spektakuläre Beschlüsse lenken natürlich ab vom miserablen Jugendschutz (Komasaufen), Krebsrisiken durch Atomkraftwerke, Gammelfleischskandalen etc.pp.

Weil ein neuinstallierter Parteipolitiker der »NachStoiberZeit« sich profilieren muss, (im bayrischen Volksmund »liebevoll« »Schüttel-Schorch« genannt, peitscht man ein Gesetz durch, das nur Autorität zeigen soll, geht es doch am Anspruch gut/mindestens einem Drittel der Steuerzahler vorbei… (hat da jemand mal nachgerechnet, was die Tabaksteuer/oder die erfolgreicher Wirte bringt,) aber gut, als nächstes könnte man ja aufs Bier ähnlich hohe Steuern erheben, das würde dann zur neuen bayerischen Wirtshauskultur passen, und zeigen wie gesundheitsbewusst bayerische Politiker regieren… Und auf die Ära des »Bärentöters« folgt nun die Raucherhatz…

Der Widerstand kam zu spät, oder war zu schwach, die überwiegende Mehrzahl der Landtagsabgeordneten hat Kadavergehorsam praktiziert, statt einen vernünftigen Kompromiss á la spanische Lösung zu finden. (Den Nachrichten zu entnehmen, fürchten nun manche um ihr neues Landtagsmandat… ZU RECHT)
Ob nun viele Wirte mitmachen, wenn der Verein zur Erhaltung Bayerischer Wirtshauskultur dazu aufruft (mit Mustervorlagen für Unterschriftslisten oder Absageschreiben für Wahlveranstaltungen), künftige Wahlveranstaltungen der Regierungspartei anlässlich der bevorstehenden Wahlen in Bayern, zu boykottieren, bleibt abzuwarten. Es scheitert aber vermutlich am jeweiligen örtlichen »Schmierseifenverbrauch« (eine Hand wäscht die andere…).
Auch sonst regt sich nur vereinzelt Widerstand, Verfassungsbeschwerden werden also doch auf sich warten lassen…

Wählbar für Betroffene scheint ja nun keine der im Landtag vertretenen Parteien. Das bedeutet Oberwasser für die nichtgewählten/unwählbaren (FDP/und Radikale, ob nun links oder rechts).
Die FDP macht bundesweit Stimmung gegen die verschärften Antirauchergesetze, die Gängelei der Bürger… nicht von ungefähr, als angeblich hochoffizielles Stimmrohr des Mittelstandes… (dazu zählen wohlauch viele Wirte, mal abgesehen von den ganz Grossen). Vielleicht hilft es Ihnen, in den Landtag zu kommen, und bessere Mittelstandspolitik einzufordern, wär mir lieber als die »Nationalsozialistischen«…

Ein Weihnachtswunsch bleibt mir noch offen:
»Lieber guter Weihnachtsmann…«,sorry, Herr Gusenbauer, liebe österreichische Politiker, machts dann bitte nicht wie so oft, den Piefkes Deutschen alles nach, die momentan absehbare eher spanische Kompromisslösung, reicht zum Nichtraucherschutz allemal. Und als Tourismusland wie Bayern kommt es auch den Gästen eher entgegen, oder solchen wie mir, die wochenends eh immer in Österreich sind…
I moag dann wenigstens da zum Bier eine Zigarette rauchen DÜRFEN (ohne Nichtraucher zu belästigen).