Neue Frühjahrsdiät aus dem Reform(- nein, Abgeordneten)haus
Wer meint, dass dadurch nun unsere »armen« Abgeordneten den »Gürtel enger schnüren« müssten, oder gar am Hungertuch nagen, ist aber schlichtweg auf dem Holzweg. Nach satten 9,4% mehr im Geldsackerl seit Anfang des Jahres, quasi als Weihnachtsgeschenk/braten durch die Mitglieder des hohen Hauses höchstselbst im Dezember 2007 auf die Karte gesetzt, winken nun dank Arbeitskampf und Verdi schon wieder schlappe 6% mehr in den Diäten…
Mag sein, dass die mit Streiks und Demonstrationen erkämpften Lohnsteigerungen, in erster Linie den auf niedrigerem Niveau ihr Leben Fristenden helfen sollten, aber klar, Abgeordnete stehen nun mal auch im öffentlichen Dienst, und ihr Einkommen orientiert sich an dem der Bundesrichter…
Gesetz ist schließlich Gesetz (wenn auch ein »selbstgemachtes« – oder -gekochtes?!)
Und, natürlich – die Lebenshaltungskosten steigen doch für jeden, und ungleich stärker für die, die sich auf hohem Niveau das Leben (unter)halten müssen.
Auch wenn das nun manchem Oppositionspolitker unangenehm aufstösst oder gar Magendrücken verursacht, eine Null-Diät schaffen die nie mit den paar Stimmen.
Mangelnde Kreativität bei der Unterbringung der übersprudelnden Steuereinnahmen durch die letzte Konjunktur kann man den Volksvertretern angesichts dessen jedenfalls wirklich nicht unterstellen. Zudem haben sich das die gewählten Koalitionäre ja auch hart erarbeitet. So erhob jüngst mancher brave Politiker kämpferisch den Zeigefinger (und vorwurfsvoll die Stimme), ob der Millionenabfindungen für abgehalfterte Vertreter unserer Wirtschafts-«Eliten«, um mit Anne-Will-Neudeutsch von deren »letztem Wort (zum Sonntag)« zu sprechen.
Klar, dass die politische »Elite« sich da nicht hintenan stehen mag, und sich mi Pienatz abfinden lässt, wenn es ums eigene Befinden geht!
Und es wird ja nun wirklich niemand erwarten, dass »Eliten« sich mit dem Pöbel und versoffenen Hartz IV-Empfängern an Suppenküchen der Dresdner oder Berliner Tafel gemein machen, um fast abgelaufene Konserven und Joghurt abzufassen, weil das Geld für mehr nicht reicht…
Das macht dann höchstens mal medienwirksam (wenn Anne WILL) als hauptstädtischer Finanzsenator von Welt: Etwa 14 Tage lang Harz IV-Einkommenkonforme Menues kreieren und geniessen, weil so gesund wie preiswert für einen Urlaub mit Ehefrau…
Da hat es mir den Appetit verschlagen. Auch wenn ich keine Hartz IV-Menues essen muss.
Und im »Reformhaus« wird nach so erfolgreichen Reformen wie für die Gesundheit munter weiter reformiert…
Zuletzt wieder im Namen der Volksgesundheit unter der Fahne Nichtraucherschutz. Auch wenn man da einfach nur die Rechnung ohne den Wirt gemacht hat. Oder sich diese Steuerzahler über den Tisch gezogen fühlen.
Zum Wohle des Volkes gibt es bald auch endlich Vorratsdatenspeicherung und Bundestrojaner…
Mag sein, Reformen erscheinen immer irgendwie Diktat(orisch).
Aber ein Volk muss nun mal regiert werden.
Wohl bekomms, meine Damen und Herren Abgeordneten!
Prost Mahlzeit – Deutschland.
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- Veröffentlicht:
- 6. Mai 2008 / 16:54
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